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Die Einführung des Stahlhelms vor hundert Jahren in der Schweizer Armee

Rückblick auf den Vortrag vom 17. Mai 2017

Vom Ritterhelm zum Stahlhelm

 Schutz vor Beschuss oder Sonne und Repräsentation: Eine Kopfbedeckung kann mehrere Funktionen haben. Jürg Burlet zeigte beim Verein Schweizer Armeemuseum auf, wie die Entwicklung vom Käppi über die Pickelhaube zum Stahlhelm erfolgte.

Vor hundert Jahren wurde mit dem Stahlhelm M18 in der Schweizer Armee ein Klassiker eingeführt. Bis in die 1980-er Jahre wurde dieses «Kopfwehblech» in Armee, Luftschutz und Feuerwehr eingesetzt. Jürg Burlet, Kurator für Uniformen und Fahnen im Schweizerischen Nationalmuseum in Zürich, erläuterte in abwechslungsreicher und humorvoller Weise beim Verein Schweizer Armeemuseum, wie dieser Helm entstanden ist. Er fing bei den Gladiatoren und Rittern an, arbeitete sich in seinen Erklärungen weiter über die preussische Pickelhaube bis zum Ersten Weltkrieg.

Die neuen Waffen bedingten dringend Schutz der Soldaten in den Schützengräben. Vor allem Splitter forderten viele Tote. Die verschiedenen Kriegsparteien testen unterschiedliche Modelle, und auch die Schweizer Armee sah die Notwendigkeit ein. Der M18 war – nach einigen Prototypen unter anderem vom Neuenburger Künstler Charles L’Eplattenier – das Resultat, in Form und Ausstattung abgekupfert bei den Deutschen. Und weiter führte der Vortrag über den Helm 72 bis zum heutigen Kevlarhelm. Burlet konnte zudem rund ein Dutzend Originale-Helme aus der Sammlung der Stiftung Historisches Armeematerial zeigen, von einmaligen Prototypen bis zu den bekannten Formen.

Während zu Repräsentationszwecken noch heute historische Helme verwendet werden – zum Beispiel bei der Schweizer Garde, geht die Entwicklung weiter mit der Integration von Kommunikationstechnik oder beispielsweise Restlichtverstärkern für den Kampfeinsatz.

Das Vortragsprogramm des VSAM geht am 12. Juli am Standort Burgdorf weiter: Das Thema lautet «Einsatz Gauligletscher». Beschrieben wird die spektakuläre Rettung von Besatzung und Passagieren einer 1946 abgestürzten amerikanischen DC-3 inkl. Restaurierung des wiederentdeckten Propellers. Das gesamte Vortragsprogramm gibt es unter www.armeemuseum.ch.

Fotos: © Markus Hubacher, Spiez