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Thuner Schiessplatz-Anekdoten

Rückblick auf den Vortrag vom 13. Februar 2013

Die Eidgenössische Konstruktionswerkstätte Thun (K+W) nimmt in der Schweizer Rüstungs- und Armeegeschichte eine spezielle Stellung ein, da in diesem Betrieb eine grosse Bandbreite an Material entwickelt, getestet und produziert wurden. Walter Lanz, der Referent der Abendveranstaltung des Vereins Schweizer Armeemuseum, war während vieler Jahre Forschungsleiter der K+W respektive später der RUAG Land-Systems. Er gab anhand ausgewählter Beispiele einen Einblick in kaum bekannte Entwicklungsarbeiten in Thun. Schwerpunkt setzte er dabei in den Bereich Waffen, Munition sowie Schutzmassnahmen. «Wir haben quasi an beiden Enden der Munitionsflugbahn gearbeitet; nämlich an der Leistungssteigerung von Kanonen sowie dem Schutz gegen diese Geschosse“, führt er aus.
Er zeigte auf, dass auch der Zufall bei Versuchen weiterführende oder erstaunliche Resultate liefern konnte – und immer wieder war Murphy ein Thema. Dessen Motto „Wenn etwas schief gehen kann, geht es auch schief“ sei in der Forschung omnipräsent. Die Kunst der Forschungsabteilung war, „zu erkennen, was unsere Militärs brauchen, bevor diese das selber wissen“, meint Lanz. Eindrücklich erklärte er beispielsweise Munitionstest mit Pfeilgeschossen für Panzer. Es zeigte sich zuletzt, dass die Thuner mit weit einfacheren Konzepten mindestens dieselben Resultate wie die auf neue und teure Technologie setzenden Amerikaner erzielen konnten. Schon fast als Beigabe wurde auch das längste je in der K+W gebaute Kanonenrohr im Bild gezeigt – es handelte sich um ein Rohr mit dem Kaliber 140 mm und einer Länge von 10,5 m auf einem Panzerchassis!
Die Präsentation von Walter Lanz wurde mit seltenen Bildern und Videosequenzen aufgewertet. Das Interesse war beachtlich, unter den Besuchern weilten z.B. auch der ehemalige Generalstabschef Arthur Liener und mehrere ehemalige Direktoren von Rüstungsbetrieben und der Armasuisse.

Fotos: © Markus Hubacher, Spiez