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Berner Oberländer Festungstag

28. Oktober 2017

Geschichte am Thunersee erleben

Es ist wieder Zeit, die Unterwelt zu erkunden: Der Berner Oberländer Festungstag vom 28. Oktober bietet Gelegenheit, entlang des rechten Thunersee-Ufers Militärgeschichte selber zu erleben. Verschiedene Befestigungsanlagen – erbaut in der Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis in den Kalten Krieg – stehen Besuchern offen.

Es ist mitten in der Nacht, als der Alarm kommt. Sofort eilen die Soldaten aus der Unterkunft an die Panzerabwehrkanone, machen diese schussbereit, ziehen wegen den Gasen der Munition die Schutzmaske an. Und warten. Kommt der Feind über den Hügelzug in Heiligenschwendi in Schussweite? Oder ist er schon auf die Strasse Richtung Merligen unterwegs?

Zum Glück ist diese Situation nur in Manövern eingetroffen, die Soldaten der Reduitbrigade 21 warteten in ihren Bunkern nur übungshalber auf den «BöFei», den Bösen Feind. Die Schweiz hat im und seit dem Zweiten Weltkrieg viel Geld in Bunker und Festungen gesteckt, um einem möglichen Gegner den Durchmarsch zu verwehren. Eine klassische Sperrstelle verläuft von Heiligenschwendi via Merligen und Beatenbucht nach Interlaken. An mehreren hintereinander gestaffelten Stellen stehen noch heute Bunker, diese sind teilweise in Privatbesitz.

Am Berner Oberländer Festungstag 2017 vom Samstag, 28. Oktober, öffnen drei Organisationen sowie die Gemeinde Sigriswil solche Befestigungswerke, um der Bevölkerung zu zeigen, wie man sich auf die Verteidigung vorbereitet hat.

  • In Heiligenschwendi sind zwei Infanteriebunker offen, zudem gibt es Führungen durch die Sperrstellen.
  • In Merligen ist erstmals der Panzerabwehrbunker oberhalb der Toblerone-Sperre offen.
  • In der Beatenbucht ist das Felsenwerk Fischbalmen zur Besichtigung offen.
  • In Unterseen kann der Goldey-Stollen besichtigt werden. Dort befand sich bis 1994 der Kommandoposten eines Übermittlungsregimentes, das für die Verbindung auf Armeestufe zuständig war.
  • Und hoch über Wilderswil ist ein atomsicherer Unterstand geöffnet, in dem sich er Kommandoposten des Infanterieregiments für die Verteidigung des Bödelis befand.

So ergibt sich an einem Tag zwischen 10 und 17 Uhr die Möglichkeit, verschiedene typische Bunkeranlagen der Schweizer Armee aus verschiedenen Zeitepochen anzuschauen und sich über die Militärgeschichte, die Hintergründe der Verteidigungskonzepte und die Arbeit der heutigen Besitzer (Stiftungen und Vereine) genauer zu informieren. Klar wird den Besuchern jedenfalls, dass es sich bei diesen Stollen und Bunkern nicht um Luxusbauten handelt. Vor allem dann nicht, wenn man sich vorstellt, dass die Soldaten dort in den Wiederholungskursen oftmals tagelang ausharren mussten… auch wenn glücklicherweise kein echter Feind in Sicht war!

Informationen: Berner Oberländer Festungstag, Samstag 28. Oktober, 10-17 Uhr.
Eintritt pro Anlage jeweils 5 Franken, Kinder 4-16 Jahre 3 Franken (Führungen in Heiligenschwendi + 5 Franken/Person). Die Anlagen sind signalisiert. Aktualisierte Infos gibt es jeweils unter www.festung-oberland.ch

Die folgenden Bilder zeigen die Panzerabwehrkanone im Bunker Fischbalmen (Beatenbucht) und den versteckten Eingang in den Kommandoposten Ried (Wilderswil).