Seite auswählen

DAS SACKMESSER – Ein Werkzug wird Kult

Sonderausstellung im Forum der Schweizer Geschichte, Schwyz

Zum 125. Jubiläum des Traditionsunternehmens Victorinox zeigt das Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz vom 16. Mai bis 18. Oktober 2009 die Sonderausstellung «DAS SACKMESSER – Ein Werkzug wird Kult». Weltweit als „Swiss Army Knife“ bekannt, ist das rote Sackmesser mit dem Schweizerkreuz vom unersetzbaren Werkzeug zum Kultobjekt der mobilen Freizeitgesellschaft geworden. Die Ausstellung präsentiert die Vielfalt an historischen Klappmessern und geht auf die Gründung und Entwicklung der Messerfabrik Karl Elsener in Ibach bei Schwyz ein.

Angelegt als themenzentrierter Parcours, widmet sich die Ausstellung der kulturgeschichtlichen Herkunft des Klappmessers. Neben den frühen Messern aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit finden Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung eine Vielzahl an Vorgängern des heutigen Klappmessers: Römische Einschlagmesser, spätgotische Klappmesser, Bajonette, Schweizerdolche, Bauermesser, Drudenmesser, Federmesser, Feuerschlagmesser, spanische «Navajas», Prunkhippen oder Reitermesser. Die vertiefte Beschäftigung mit dem Klappmesser eröffnet ein weites Feld unserer Kulturgeschichte. In der Ausstellung entdecken Besucherinnen und Besucher, was ein Drudenmesser ist, wozu ein Fuhrmannsbesteck dient, wer einst ein Federmesser benützte oder ein «Coltello d’Amore» besass.

Ein weiteres zentrales Thema des Parcours ist die Gründung der Messerfabrik Karl Elsener (heute Victorinox) in Ibach-Schwyz. Die Ausstellung zeigt die Erfolgsgeschichte der Firma Victorinox auf und beleuchtet innovative Aspekte der Messerproduktion. Schliesslich veranschaulicht sie, wie fremde Firmen für ihre Werbung vom Image des roten Sackmessers profitieren und welche Rolle es in Kunst und Design spielt.

Soldatenmesser
Ein gutes Messer oder ein Dolch war stets treuer Begleiter des Soldaten, ob als Waffe, Werkzeug oder als Essbesteck. Als Vorläufer des modernen Soldatenmessers kann der Schweizerdolch mit kunstvoll verzierter Scheide und darin eingestecktem Besteck – Messerchen und Pfriem – aus dem 16. Jahrhundert gelten.
1889 führt die Armee ein neues Gewehr ein, für dessen Wartung man einen Schraubenzieher benötigt. Gleichzeitig gewinnt die Verpflegung mit Büchsenkonserven an Bedeutung, und so drängt sich die Anschaffung eines kombinierten Werkzeuges auf. Das Jahr 1890 gilt als Geburtsjahr des modernen Soldatenmessers. Zwischen zwei Eichenholzschalen sind Messer, Schraubenzieher, Konservendosenöffner und Ahle eingeklappt. Im Verlauf der Jahre erfährt das ursprüngliche Modell verschiedene Änderungen wie die Reduktion der anfänglich etwas unförmigen Dimensionen, der Wechsel von Eichenholzschalen auf Fiber oder Metall sowie die Verwendung von rostfreiem Stahl. Der grosse Erfolg und die überzeugende Qualität des Soldatenmessers veranlassen auch andere Staaten, für ihre Soldaten Messer aus Ibach zu beziehen. Seit diesem Jahr wird ein neues Modell an die Rekruten abgegeben.

Soldatenmesser 1891

Soldatenmesser 1891

Schweizerdolch

Schweizerdolch

SwissChamp 2009

SwissChamp 2009

Revolvermesser

Revolvermesser