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Die Entwicklung der Schweizer Fliegerabwehr

Vorschau auf den Vortrag vom 22. Mai 2024 in Thun

Die Bedeutung einer leistungsfähigen bodengestützten Luftverteidigung zeigt sich derzeit in der Ukraine. Beat Benz zeigt in seinem Vortrag am 22. Mai beim Verein Schweizer Armeemuseum die Entwicklung der Fliegerabwehr .

 Erst als die Spannungen in Europa nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Deutschen Reich merklich zunahmen, beschaffte die Schweiz das erste Material für die Fliegerabwehr (Flab). Während des Zweiten Weltkrieges wurde diese mit in der Schweiz hergestelltem Material weiter ausgebaut. Der Erfolg blieb aber während des ganzen Krieges bescheiden; es wurden gerade einmal zehn fremde Flugzeuge abgeschossen.

Beat Benz, Vorstandsmitglied des Vereins der Freunde der Schweizerischen Luftwaffe (VFL), ist ein profunder Kenner der terrestrischen Fliegerabwehr und kennt die Details. Basierend auf den Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgte während des Kalten Krieges eine rasche und umfassende Modernisierung der Schweizer Flab. Radarsysteme für die Zielentdeckung und -verfolgung wurden beschafft, um gegnerische Luftziele auch bei schlechter Witterung bekämpfen zu können. Neue leistungsfähige leichte und mittlere Geschütze für die Abwehr von schnell- und tieffliegenden Flugzeugen wurden von der eigenen Rüstungsindustrie entwickelt.

 Ende der 1960er-Jahre besass die Schweizer Armee mit der Langstreckenlenkwaffe BL-64 Bloodhound, dem neuen Kampfflugzeug Mirage IIIS und dem Florida-Einsatzführungssystem eine integrierte Luftverteidigung, welche ihresgleichen in ganz Europa suchte.

 Mit dem Ende des Kalten Krieges – zu Beginn der 1990er-Jahre – begann aber auch für die Flab der stetige Abbau von Formationen und Material, wie der Referent aufzeigen wird. Erst mit dem im Jahr 2022 ausgebrochenen Krieg in der Ukraine ist eine Trendwende absehbar.

Treffpunkt: Mittwoch, 22. Mai 2024, 18.45 Uhr, auf dem Parkplatz der ehemaligen Soldatenstube
3 Tannen an der Allmendstrasse in Thun (Einweisung). Anreise mit dem öffentlichen Verkehr ab Bahnhof Thun mit Buslinie 4 bis Haltestelle Kleine Allmend. Beginn 19 Uhr.

Maschinengewehre, Kanonen und Scheinwerfer: Verschiedenes Material der Schweizer Fliegerabwehr im Laufe der Zeit. © ZVG/VSAM