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P-26 – Vorbereitungen für den Widerstand

Rückschau auf den Vortrag vom 16. September 2020

P-26 wäre heute nicht mehr möglich

THUN – Auch 30 Jahre nach der Aufdeckung der geheimen Widerstandsorganisation umgibt die P-26 eine Aura des Geheimnisvollen. Historiker Dr.  Titus J. Meier legte die Erkenntnisse seiner Nachforschungen dazu beim Verein Schweizer Armeemuseum (VSAM) dar.

Dass die Teilnehmer des VSAM-Vortragsabend Masken trugen, hatte nichts mit Geheimhaltung zu tun, sondern mit den Corona-Schutzmassnahmen. Masken trugen jedoch jeweils auch die Mitglieder der geheimen Organisation P-26, wenn sie in Ausbildungskursen waren. Sie sollten sich gegenseitig keinesfalls auf der Strasse erkennen können.

Wer wurde für die im Kalten Krieg ausgebauten Organisation ausgewählt? Welches Material wurde beschafft? Wie wurde ausgebildet? Und war die P-26 illegal? Titus J. Meier hatte die Gelegenheit, für seine Dissertation auch heute für die Öffentlichkeit noch gesperrte Akten einzusehen. Fundiert konnte er deshalb darlegen, dass die Politik – insbesondere der Bundesrat – eigentlich Bescheid wusste von den Vorbereitungen, die die Schweiz für den Fall einer allfälligen feindlichen Besetzung machte. Aufgebaut wurde unter Verantwortung des Generalstabschefs eine Führungsorganisation, die erst im Ernstfall weitere Mitglieder rekrutieren würde.

Als die P-26 im Zuge der Fichenaffäre aufgedeckt wurde, waren gut 400 Personen angeworben, ein Teil davon noch gar nicht voll ausgebildet. Meier wies deutlich darauf hin, dass man die damalige Zeit berücksichtigen müsse bei der Beurteilung. Die Bedrohung wurde zum Zeitpunkt des Aufbaues der Organisation als ungleich grösser wahrgenommen als dies nach dem Fall der Mauer der Fall war. Die ganze Aufarbeitung im Rahmen der PUK sei stark politisch motiviert gewesen, deshalb sei er als Historiker auch nicht überall zu den gleichen Ergebnissen gekommen wie die offiziellen Berichte.

Der Referent hielt im Rahmen der an den Vortrag anschliessenden Fragerunde auf eine Frage aus dem Publikum fest, dass er mit gutem Gewissen sagen könne, dass es heute keine solche Organisation in der Schweiz mehr gebe.

Sie könen hier den Vortrag anschauen: https://youtu.be/E5gcnIMUHDQ
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Fotos: Thomas Wermelinger und Christina Moser