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Mitgliederversammlung 2018

Alte Reithalle Thun, 28. April 2018

Grosse Arbeit unter erschwerten Bedingungen

Der Verein Schweizer Armeemuseum (VSAM) konnte zur Mitgliederversammlung über 170 Personen begrüssen. Thematisiert wurden die verschiedenen laufenden Projekte und die derzeit nicht einfache Zusammenarbeit im Bereich des Historischen Armeematerials.

Soldaten haben im Dienst gern nach Hause geschrieben und selber auch Post empfangen. Das macht sich in einer riesigen Zahl von speziellen Soldatenmarken bemerkbar, die zur offiziellen Sammlung des Bundes gehören, betreut vom Verein Schweizer Armeemuseum. Dies sind Marken, sogenannte Vignetten, herausgegeben von praktisch allen Verbänden der Armee während der Aktivdienstzeit des 1. und 2. Weltkrieges ohne Frankaturwert. An der Mitgliederversammlung in Thun wurde der enorme Aufwand angesprochen, der mit deren Sortierung und Katalogisierung verbunden ist. Das Resultat der durch freiwillige Mitarbeiter geleisteten Arbeit wird ein Katalog sein, der die vielen bunten Kunstwerke für Sammler und andere Interessierte zusammenfasst.

Das Wissen wird gesichert

Dass sich der VSAM der Sicherung (und manchmal der Rettung) von Informationen und Objekten verschrieben hat, ist klar. Um diese Arbeit und das Wissen darüber aber nicht verstauben zu lassen, ist der Aufbau einer Wissensdatenbank begonnen worden. Aktuell sind bereits die Themen «Ordonnanzen über Uniformen und Abzeichen der Schweizer Armee» sowie «Feldzeichen» online, weitere spannende Grundlagen-Dokumentationen werden folgen. Zusätzlich führten die fünf Vortragsabende, verschiedenen Buchprojekte, und das gute Resultat der VSAM-Shops zu einem erfolgreichen Tätigkeitsjahr 2017. Erwähnenswert sind die vielen freiwilligen Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder.

Vorstand hat wenig Verständnis

Die gut 170 anwesenden Mitglieder genehmigten an der Versammlung sowohl die Jahres- und Tätigkeitsberichte als auch Rechnung und Budget einstimmig. Erneut wird der Stiftung Historisches Armeematerial (Stiftung HAM) ein Betrag von 5000 Franken zur Verfügung gestellt. Dieser ist an die Voraussetzung gekoppelt, dass die Stiftung über das Jahr 2018 hinaus bestehen bleibt. Informiert wurden die Vereinsmitglieder in diesem Zusammenhang über die aktuellen Probleme bezüglich Zusammenarbeit des VSAM mit der Stiftung sowie der dieser übergeordneten Zentralstelle Historische Armeematerial des Verteidigungsdepartments.

In den letzten Wochen wurde in Folge der Veröffentlichung der Berichte der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) in den Medien viel – aber leider wenig Zutreffendes – über die gesetzlich verankerte Sammlungstätigkeit des Historischen Materials der Armee geschrieben. Sowohl diese Berichte wie auch die darauf basierenden Massnahmen des VBS mit der überstürzten Kündigung der Leistungsvereinbarung mit der Stiftung HAM stossen sowohl bei der Stiftung wie auch beim Verein auf wenig Verständnis. Doch aus den Ausführungen des als Referenten anwesenden Korpskommandant Dominique Andrey konnte geschlossen werden, dass sich die aufgezeigten Probleme im gemeinsamen Gespräch aller Beteiligten lösen lassen werden und somit der bestehende Auftrag – voraussichtlich in angepasster Form – weiter erfüllt werden kann.

Fotos: © Markus Hubacher, Spiez